Was haben der Untergang der DDR und der Untergang unseres Ex-Präsidenten gemeinsam?

Beide hielten sich für sehr schlau und meinten, mit ihren Machenschaften auf die Dauer durch zu kommen. Sie merkten beide nicht, dass ihre Welt nur eine Scheinwelt ist und hielten sich für intelligent.

 

In der DDR wurde die Staatssicherheit eingesetzt, um andere Leute auszuspionieren und sie waren sich sicher, alles über diese Menschen zu wissen. Am Ende stellten sie dann fest, daß sie trotzdem eigentlich gar nichts mitbekamen. Das ist in etwa so, als wenn jemand einen fremden eMail-Account knackt, fremde eMails liest und dann auf seine neuen Erkenntnisse sein Wissen aufbaut. Er braucht dann ja nicht mit dem Besitzer zu reden, da er ja durch seine Schlauheit schon Wissen aufgebaut hat. Er merkt dann nicht einmal wie dumm er wirklich ist. Zum Beispiel könnte der Besitzer der eMails ja schon einmal Medikamente im Internet bestellt haben, was ja eigentlich verboten ist. Da er in seiner Freizeit für andere jedoch eine Vertrauensperson ist und sie wissen, daß sie sich bei Problemen an ihn wenden können, wird er weiterhin alles tun, um ihnen zu helfen. Nehmen wir jetzt einmal an, derjenige hätte für eine ältere Person z.B. Viagra- bzw. Cialisgenerika bestellt, da sich die ältere Person noch einmal Spass im Thailandurlaub gönnen wollte. Was ist dann mit dem gesicherten Wissen des Schnüfflers? Wie gesagt, er ist ja nunmal überdurchschnittlich schlau und weiß ja, daß der Besitzer der eMails Probleme mit der Potenz hat, obwohl es eigentlich genau das Gegenteil ist. Sollte er sein gesichertes Wissen nun an andere weitergeben, so macht er sich sogar der Diffamierung schuldig und merkt es nicht einmal. Soooo schlau ist sie oder er!!! Und da er ja über allen Dingen steht, braucht er sich auch nicht zu entschuldigen, wenn er bei seinen Machenschaften ertappt wird. Er hat es seinen Mitwissern ja schliesslich bewiesen, daß es so ist, wie er es sich einbildet. Da es in der heutigen Welt immer leicht ist, gleichdumme Menschen zu finden, wird er sicher genug Mitstreiter finden, die seine Beweise als gegeben anerkennen. Sie würden sich in ihrer Überheblichkeit auch noch an den Machenschaften beteiligen und sich mit strafbar machen. Naja, man hat ja aber gesehen, daß es bei der Stasi auch nur eine gewisse Zeit gut ging und es ein natürliches Ende fand. Obwohl es sich um eine riesige Organisation mit tausenden von Mitarbeitern handelte, brach ihre Welt auseinander und sie wurden als die wirklich Dummen enttarnt. Die Frage ist nur, ob die einzelnen Mitarbeiter ihr begangenes Unrecht auch als solches Anerkennen. Da sie ja immer noch von sich annehmen, die Schlausten zu sein, werden sie evtl. in der Zukunft weiterhin ihre Methoden anwenden und sich ihre neue Scheinwelt aufbauen. So ist es nunmal in dieser Welt und es gibt nicht umsonst den Spruch: „Dummheit siegt“ oder sollte man lieber sagen: „Arroganz ist Charaktersache und lässt sich nicht so leicht abschalten“.

 

Was hat das Ganze jetzt mit unserem Ex-Bundespräsidenten zu tun? Auch er war anscheinend in üble Machenschaften verstrickt und hielt sich für unantastbar schlau. Als dann langsam alles ans Tageslicht kam, bildete er sich ein, damit durchzukommen, immer nur das zuzugeben, was man ihm auch nachweisen konnte. Die Taktik wird deshalb heute als rumwulffen bezeichnet. Zu seinem Nachteil bemerkte er jedoch nicht, daß man ihm fast alles hundertprozentig nachweisen konnte und fühlte sich ganz sicher. Da nun von Zeit zu Zeit immer neue Dinge zum Vorschein kamen, konnte er seinen Kopf auch nicht mehr retten und musste seinen Hut nehmen. Wäre er nicht besser gefahren, direkt alles einzugestehen? Dann wäre er zwar auch der Dumme gewesen, aber die Leute hätten es auch schneller wieder vergessen, da sie nicht ständig neue Sachen zu hören bekommen hätten. Dadurch, daß immer wieder etwas kam, war das Vertrauen dann vollkommen zerstört und er nicht mehr haltbar. Tja, es ist manchmal schwer seine Fehler zuzugeben und für eine gewisse Zeit der Dumme zu sein, aber es kann doch die weisere Entscheidung sein. Um diese Erkenntnis zu gewinnen, muss jedoch erst einmal ein Wenig Weisheit vorhanden sein.

 

Fazit: Die Gerechtigkeit wird immer irgendwann siegen und man sollte lieber zu seinen Fehlern stehen, bevor man daran ganz untergeht. Unbelehrbare Personen haben es jedoch nicht anders verdient und müssen auf andere Weise gestoppt werden, bevor sie noch meinen, mit ihren Machenschaften durch zu kommen. Am besten wartet man, bis sie sich ganz ganz sicher sind, daß ihnen nichts passieren kann, denn dann ist die Belehrung tiefgreifender und sie werden evtl. daraus lernen. Dass die Strafe dann doppelt so hoch ist, haben sie sich selbst zu zu schreiben. Wie heißt es immer so schön: „Überheblichkeit kommt vor dem Fall“. Es ist auch gut so, daß vor deutschen Gerichten Geständnisse nur strafmildernd anerkannt werden, wenn sie freiwillig kommen. Wenn man es dem Täter sowieso schon zweifelsfrei nachgewiesen hat, sind sie nichts mehr wert. Jeder Täter sollte sich daher überlegen, was er tut, denn es besteht ja die Möglichkeit, daß man ihm doch alles nachweisen kann und er doch nicht so schlau ist. Nachher kann es jedenfalls zu spät sein. Wirklich schlaue Menschen würden so etwas jedoch gar nicht erst machen und hätten diese Probleme somit nicht.