So wurde ich das, was ich heute bin

Tja Leute, daß mit dem beruflichen Werdegang ist bei mir eine längere Geschichte, da ich mich zu der damaligen Zeit nicht so richtig entscheiden konnte, wo es mit mir hingehen soll. Bedingt durch eine rebellische Jugend, war mir die Schule am Anfang auch nicht so wichtig und so begann erst einmal alles ganz einfach mit Grund- und Hauptschule, wie es in einer Arbeiterfamilie so üblich war. Da ich auf einem Auge nur 15 Prozent Sehkraft besitze, sollte ich einen Beruf erlernen, wo ich nicht mit laufenden Maschinen in Berührung komme und so vermittelte mich das Arbeitsamt an das Sternkaufhaus und ich fing eine Einzelhandelskaufmannslehre an. Nee, war rein gar nichts für den Rudi und ich brach die Lehre nach ganzen 3 Monaten wieder ab. Da ich damals gerade 14 Jahre alt war und mir in dem Alter natürlich nichts sagen lassen wollte, suchte ich mir selbst eine handwerkliche Lehre. Nach 3,5 Jahren bei der Firma Forst bestand ich dann auch die Gesellenprüfung als Gas- und Wasserinstallateur. Da ich nun schon was älter geworden war und von der Firma nicht übernommen werden konnte, überlegte ich mir, ob es nicht doch noch etwas Besseres gab, wo man auch was verdient. Mir war in der Zwischenzeit dann auch schon klar geworden, daß es evtl besser gewesen wäre, in der Schule auf zu passen. Jetzt entwickelte ich den Ehrgeiz, mein Abitur nach zu machen. Das kostete mich dann 1,5 Jahre meines kostbaren Lebens für die Berufsaufbauschule und anschliessend noch einmal ein Jahr für die Fachoberschule, aber es war dann tatsächlich geschafft. Was sollte mir das Abitur aber bringen, denn ein Klempner mit Abi ist halt auch nur ein Klempner und ich fing ein Maschinenbaustudium an. Nach 4 Semestern lies der Elan des Lernens auch wieder nach, da mir die Richtung nicht gefiel und wir besuchten in den letzten 2 Semestern eigentlich nur noch Seminare, die uns interessierten, aber nicht wirklich mit Maschinenbau zu tun hatten. Das waren Sachen wie Psychologie, angewandte Linguistik, chinesische Sprache u.s.w.. Auch wenn es zu damaliger Zeit vielleicht ein Fehler war, so möchte ich diese Kurse nicht missen, da ich glaube, daß man sie fürs Leben tatsächlich brauchen kann. In der Zwischenzeit war man auch wieder was älter geworden und es wurde Zeit, etwas endgültiges zu erlernen. Da gerade die Zeit mit den Heimcomputern begann und es viel Spaß machte, entschloss ich mich für die EDV. Nach einem Eignungstest meinte selbst das Arbeitsamt, daß ich nicht zu doof sei und ermöglichte mir eine Umschulung. Diese 20 Monate bei der GWB in Krefeld vergesse ich nie und es war wahrscheinlich die schönste und glücklichste Zeit meines Lebens. Wir waren ein bunt zusammen gemischter Haufen und wir waren gut in unserem Fach. Auf die Zwischenprüfung als kaufmännischer Programmierer vor der Handwerkskammer verzichteten wir dann aber, da wir sie hätten selbst zahlen müssen. Es reichte ja, wenn man die IHK-Prüfung als Datenverarbeitungskaufmann vorzuweisen hatte und dies war dann Anfang 1989 so weit. Meine erste Prüfung, die ich mit einer Eins abgeschlossen habe, woran man erkennen kann, daß dieser Weg nun wirklich der richtige sein sollte. Im September des Jahres bekam ich dann eine Einstellung bei meinem jetzigen Arbeitgeber und war die ersten 20 Jahre stolz darauf, dazu zu gehören. Anfangs gab es in der Firma auch noch Zusammenhalt und wir arbeiteten alle für die gleiche Sache. Es war alles in allem viel kollegialer. Daher gab es seinerzeit nicht so viele Fronten, die meinen, sich bekämpfen zu müssen. Ich begann als Operator und wechselte ein paar Jahre später zur Systemautomation. Bedingt durch eine Umstrukturierung zwang mich mein Arbeitgeber dann noch, eine Zeit lang im Bereich Netzwerkmanagement tätig zu sein, bevor ich dann mein jetziges Aufgabengebiet zugewiesen bekam. Heute bin ich im Bereich z/OS-Systemprogrammierung tätig und für die Verfahren TCPIP, VTAM, IBM-Sessionmanager, VPS und ONGUM zuständig. Tja, aber als wenn der Bereich z/OS incl. UNIX-System-Services nicht reichen würde, betreue ich zusätzlich noch zwei ZIS-Server unter Windows und zwei 9074 unter dem Betriebssystem LINUX. Der Beruf gefällt mir auch heute noch sehr gut, da er sehr abwechslungsreich ist. Da die Entwicklung in der EDV aber sehr schnell voran schreitet, muss man sich auch immer wieder frisch machen und ein paar Lehrgänge besuchen. Falls es jemanden wirklich interessieren sollte, was ich da so alles mitgemacht habe, so kann er es sich ja mal angucken und ich habe sie auf einer Extraseite mal aufgeführt. Damit mich aber niemand falsch versteht, ich halte mich auch heute nicht für besonders schlau, aber der Wille zu lernen ist vorhanden. Mir ist halt durchaus bewusst, daß gerade in den mir zugewiesenen Gebieten, noch große Lücken bestehen. Naja, vielleicht kann man ja dem Rudi auf seine alten Tage doch noch was beibringen. Es sind ja schließlich noch ca. 3.900 Arbeitstage bis zur Rente (stand 25.10..2011). Boah, daß muss doch irgendwie früher hin zu kriegen sein, ohne groß krank zu werden natürlich. Bis dahin sind es ja noch über 1.800 Lottoziehungen.